Business-Dresscode: So machen Sie Eindruck!

„Kleider machen Leute“ – das wissen wir nicht erst seit dem Bonmot von Mark Twain. Wahr ist, das richtige Auftreten – und dazu gehören in nicht unwesentlichem Maß auch die Kleidung und mit dieser der Stil und die Farbwahl – ist ein Türöffner. Und ganz gleich, ob jemand erst am Beginn der Karriere steht oder es bereits erfolgreich in die Führungsetage geschafft hat: im Berufsleben ist ein angemessener, gepflegter Dresscode immer wichtig. Wir haben daher mit einer Expertin gesprochen: Farb- und Stilberaterin Claudia Schober weiß, wie Farbe und Stil die Wirkung eines Menschen verändern können, gerade wenn es um Business-Kleidung geht.

Ihre Kunden sind längst nicht nur Frauen: „So ziemlich genau halb-halb, also zur Hälfte Frauen, zur Hälfte Männer“, beschreibt Claudia Schober das Geschlechterverhältnis ihrer Klientel. Bereits seit 1996, dem Jahr, in dem sie ihre Agentur Schober-Color-Image gegründet hat, arbeitet Claudia Schober als Farb- und Stilberaterin (www.schober-color-image.at). Ihr kleines, aber feines Geschäftslokal befindet sich an der schönen Adresse in der Argentinierstraße 4, direkt seitlich neben der Karlskirche im 4. Wiener Bezirk. Im Laufe ihrer langjährigen Erfahrung hat sie bereits Politikerinnen und Politiker beraten, ebenso wie Prominente und Führungskräfte aus dem Management. StammkundInnen schätzen ihren Service und lassen sich etwa während eines Kurzaufenthalts in Wien von ihr mit einer Garderoben-Zusammenstellung für die kommende Saison ausstatten. Ihr Service spricht für sich. Entsprechend finden auch die meisten ihrer Kundinnen und Kunden den Weg über eine persönliche Empfehlung zu ihr.

Individuelle Note trotz strenger Dresscode-Regeln

„International ist der Dresscode in der Führungsebene sehr ähnlich“, so Claudia Schober und fährt fort: „Doch es muss nicht immer alles ganz streng gehandhabt werden. Wir sind alle nur Menschen und wir möchten unsere Persönlichkeit zeigen. Beim richtigen Dresscode gibt es Faustregeln, die jedoch mit einem persönlichen Twist aufgelockert werden können.“ Feinheiten lassen sich am besten in einem persönlichen Gespräch abklären. Oft gebe es keine pauschale Antwort. Diese sei auch abhängig von Thema und Ziel, auch vom Unternehmen, der Position und natürlich der Persönlichkeit ihrer Kundinnen und Kunden. Claudia Schober, die auch Stil- und Dresscode-Beratungen in Unternehmen durchführt, erinnert sich etwa an die Frage, ob eine Dame aus der Führungsetage ihre sehr gepflegten, aber eben langen Haare überhaupt offen tragen dürfe. Im Management gab es deswegen bereits vereinzelt kritische Stimmen. In solchen Situationen gehe es darum, den richtigen Weg bzw. Stil, passend zum Arbeitsplatz und zur Persönlichkeit, zu finden, erklärt Schober.

Wirkung von Kleidung im Business

Je nach Position bzw. Beruf hat Claudia Schober unterschiedliche Kleiderhierarchien für Damen und Herren entwickelt. „Es geht letztendlich immer um die Frage: Wie will ich auf mein Gegenüber wirken?“, so die Stilberaterin. Die Wahl des Outfits ist daher nicht nur eine Frage der eigenen Generations-Zugehörigkeit, sondern sollte auch darauf bezogen werden, mit wem oder welcher Gruppe an diesem Tag ein Zusammentreffen geplant ist. „Weiß ich bereits vorab, dass ich auf einer beruflichen Veranstaltung auf jüngere Menschen treffe oder umgekehrt auf ein eher konservativ gekleidetes Publikum, empfiehlt es sich, entsprechend auch die Auswahl der Kleidung angepasst zu treffen“, so Schober.

Tipps fürs Business

Nach wie vor gibt es Berufsgruppen und Branchen, die mehr Wert auf eine formelle Kleiderordnung legen als andere. Von RechtsanwältInnen und BankerInnen, ebenso wie von ManagerInnen der oberen Führungsetagen wird erwartet, dass sie Seriosität ausstrahlen. Statt an die Freizeit erinnernde Kurzarm-Hemden versteht es sich fast von selbst, dass Herren Krawatte und Langarmhemd tragen. Die Frage ist in diesem Fall vielmehr, welcher Hemdkragen gewählt werden soll.

Oberteile sind in der Führungsebene besonders wichtig. Den Männern gleich, rät Claudia Schober Frauen prinzipiell zum 2-Schichten-Prinzip: Bluse bzw. Top und Blazer in Kombination strahlen Status aus. Ganz generell sagt die Stilberaterin: Zu weibliche Attribute – wie die erwähnten offen getragenen langen Haare oder zu tief ausgeschnittene, zu enganliegende Tops – sprechen den Frauen optisch die fachliche Kompetenz im Beruf ab.

Dresscode fürs Bewerbungsgespräch

Eine ordentliche, dem Unternehmen, der Branche und der Position angepasste Kleidung ist beim Vorstellungsgespräch eine der Grundvoraussetzungen, um weiterhin für eine Stelle in Betracht gezogen zu werden. „Wer diesbezüglich unsicher ist, sollte sich vorab erkundigen“, rät Schober. Generell empfiehlt die Stilberaterin ein gewisses Maß an Dezenz in der Kleiderwahl sowie im Make-up. Jedoch darf ruhig das gewisse Extra dabei sein, um besser in Erinnerung zu bleiben. Bei den Herren kann das etwa eine besondere Uhr sein, bei den Damen ein Schmuckstück, eine Tasche oder zur Abwechslung ein asymmetrisches Top.

Business-Kleidung leicht gemacht

Rund eineinhalb Stunden dauert eine persönliche Farbberatung. Fällt bei BerufseinsteigerInnen die Farb- beziehungsweise Stilberatung grundlegender aus, geht es bei den Menschen ab 35 Jahren eher um ein „Feintuning“. Anders wiederum bei jenen, die eine bestimmte berufliche Veränderung erleben: wechselt etwa ein typischer IT-Mensch plötzlich in den Sales-Bereich, sollte auch das Styling entsprechend gehoben werden. Und gerade den Führungskräften erleichtert die entsprechende farbliche Abstimmung des Kleiderschranks das passende Auftreten im Business-Kontext. So fällt nicht nur das Packen für Dienstreisen leichter, was entsprechend das Gepäck verringert. Gerade Männer haben in der Regel einen sehr sachlichen Bezug zum Thema Kleidung: geht „Mann“ in Zukunft mit der richtigen Farbkarte zum Schneider oder ins Geschäft, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Claudia Schober

Foto: Claudia Schober (© G.Formanek)

Autorin: Mag. Catharina Fink

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