Der frühe Vogel fängt den Wurm

Ein Personalmangel ist äußerst unangenehm. Für die KollegInnen, die mehr Arbeitslast stemmen müssen. Und auch für das Unternehmen, das Aufträge nicht fristgerecht abwickeln kann oder gar ablehnen muss. Unternehmen wollen daher freie Stellen möglichst schnell besetzen und ihre Rädchen am Laufen halten.

BewerberInnen gehen zum Mitbewerb
Dennoch dauern viele Bewerbungsprozesse viel zu lange. Vor allem die fehlende bzw. zu langsame Rückmeldung seitens der Unternehmen führt oftmals dazu, dass es sich BewerberInnen anders überlegen. Sie arbeiten dann nicht in Ihrem Unternehmen, sondern beim Mitbewerb. Denn gerade gut ausgebildetes Fachpersonal kann in der Regel zwischen mehreren Angeboten wählen.

Langsame Bewerbungsprozesse und lange Wartezeiten auf ein Feedback oder den nächsten Schritt sagen zudem einiges über die internen Abläufe und Strukturen in einem Unternehmen aus. Müssen KandidatInnen zu lange auf eine positive Rückmeldung warten, stellt sich naturgemäß die Frage, ob das Unternehmen wirklich der geeignete Arbeitgeber für den nächsten Step auf der Karriereleiter sein soll oder eine Bremse sein wird.

Gründe für lange Wartezeiten
Klar ist, warten gehört – in gewissem Maß – bei einer Bewerbung dazu. Und es gibt berechtigte Gründe, warum dieser Prozess dauert. In der Regel umfasst er mehrere Stationen, beginnend mit dem Eingang der Bewerbungsunterlagen im Unternehmen. Nun heißt es: Warten auf eine erste – hoffentlich positive – Rückmeldung und – wieder – warten bis zum ersten Bewerbungsgespräch. Das Ergebnis dessen erfährt man in der Regel auch nicht umgehend, eventuell stehen noch ein oder zwei weitere Gesprächsrunden an. Jedes Mal heißt es „Bitte warten!“. Das zehrt klarerweise an den Nerven der KandidatInnen.

Lange Wartezeiten bremsen die Lust
Die BewerberInnenauswahl braucht seine Zeit, das ist allen bewusst. Übermäßig lange Wartezeiten erscheinen jedoch unbegründet und rauben BewerberInnen die Begeisterung. In manchen Fällen findet sich über Wochen kein Termin für ein Bewerbungsgespräch, in anderen Fällen dauern interne Absprachen über BewerberInnen ungewöhnlich lange. Was auch immer die Gründe gegen eine schnelle Zusage sein mögen, bei BewerberInnen weckt dieses Verhalten Zweifel: „Will mich dieses Unternehmen überhaupt oder wird gewartet, ob sich nicht noch eine oder ein bessere/r KandidatIn findet?“ Die Folge ist Frust.

Der Erste macht das Rennen
Zu vielversprechenden BewerberInnen sollte der Kontakt daher möglichst umgehend erfolgen. Wer Interesse signalisiert, kann nur gewinnen. Eine gute Kommunikation über den aktuellen Status im Bewerbungsverfahren führt ebenfalls dazu, dass sich die KandidatInnen wertgeschätzt fühlen. In der Praxis zeigt es sich tagtäglich: Der Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle im Recruiting. Nur wer KandidatInnen nicht unbegründet lange hinhält, wird die besten Köpfe für sich gewinnen können.

Mag. Catharina Fink - Junior Consultant

von Mag. Catharina Fink