Können Sie mit der Digitalisierung Schritt halten?

Auch wenn wir bereits in einer digitalen Welt leben, so sind sich die ExpertInnen einig, dass uns die große digitale Veränderung erst noch bevorsteht. Wie das genau aussehen wird und was dabei exakt auf uns zukommen wird, das kann heute noch niemand so genau vorhersagen. Eines scheint jedoch festzustehen: die Arbeitswelt, wie wir sie kennen, wird sich stark verändern. Vor allem die Routineaufgaben sind es, die durch immer komplexer werdende Software und Roboter ersetzt werden sollen. Manche sprechen gar von Tausenden von Arbeitsplätzen, die durch die modernen Technologien wegfallen werden. Dennoch bleibt es bis jetzt schwer vorhersagbar, wie unsere Welt in 10 oder 20 Jahren aussehen wird.

Eigendynamische Entwicklung
Umso wichtiger ist es, für die kommenden Herausforderungen im Beruf die passenden Qualifikationen zu schaffen. Denn es ist nicht so, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung nur „alte Berufe“ verschwinden, nein, genauso sind auf der anderen Seite neue Berufe am Entstehen. Klarerweise sind diese neuen Berufe noch nicht allzu bekannt, dafür gibt es sie einfach erst zu kurz. In ihrer Eigendynamik hat sich die Digitalisierung diese Berufsbilder selbst geschaffen. Da es diese Berufe erst seit einigen wenigen Jahren gibt, konnte sich dafür auch noch keine eigene Ausbildung etablieren. Bislang wurden die Positionen mit Leuten, die über interdisziplinäre Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, besetzt. Man kennt es aus der IT: Auch hier arbeiten sehr viele Menschen ohne eine entsprechende formale Ausbildung. Und auch hier liegt dies darin begründet, dass anfangs nicht klar war, welche Qualifikationen für den Bedarf am Arbeitsmarkt genau benötigt werden. IT-SpezialistInnen sind am Arbeitsmarkt heiß begehrt. Mit den neuen Berufen, die sich durch die Digitalisierung ergeben, wird es nicht anders sein.

Neue Berufsbilder
Wissen Sie, was Data Strategists machen? Oder Chief Digital Officers? Data Engineers, Data Scientists, Mobile Developers, Social Media Manager, SEO-Manager und Real-Time Advertising Manager: Wir stellen hier kurz einige der neuen Berufe vor, dann haben Sie zumindest schon einmal etwas davon gehört.

Data Strategists
Die Aufgabe von Data Strategists ist es, aus den Daten, die von einem Unternehmen gesammelt werden und für die noch nicht klar ist, welchen Nutzen oder Verwendungszweck das Unternehmen daraus ableiten kann, eine Datenstrategie zu entwickeln und damit einem Unternehmen zu helfen, aus seinen Daten einen Mehrwert zu generieren. Es geht also darum, neue Ideen zu entwickeln, aus denen sich neue datengetriebene Geschäftsmodelle ableiten lassen. Grundvoraussetzung für diese Tätigkeit ist eine Neigung zu analytischem und strategischen Denken, Kreativität sowie mathematisches Verständnis und Kenntnisse im Programmieren. Eine eigene Ausbildung gibt es bislang nicht, der Berufseinstieg erfolgt oft nach erfolgreichem Abschluss eines Betriebswirtschaft- oder Wirtschaftsinformatik-Studiums in den Unternehmen.

Data Engineers
Data Engineers – auch Big Data Engineers oder Big Data Architects genannt – sind der Garant für die Zuverlässigkeit der IT-Infrastruktur. Eine ihrer entscheidenden Fähigkeiten ist es, alle Anforderungen von Datenprozesse zu kennen und Datenmengen skalieren zu können. Sie sollten über fortgeschrittene Kenntnisse im Programmieren verfügen. In Zeiten, in denen fast alle Unternehmen von ihrer IT-Infrastruktur abhängen, ist es die Ausgabe der Data Engineers, bei Störfällen das System so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen. Data Engineers und Data Scientists arbeiten dabei sehr eng zusammen.

Data Scientists
Enterprise Data Scientists arbeiten, anders als Academic Data Scientists, in einem Unternehmen und stellen quasi Allrounder aus BetriebswirtIn, IT-SpezialistIn, MathematikerIn, StatistikerIn und KommunikationsexpertIn dar. Sie spüren auf, wo im Unternehmen wichtige Daten anfallen, tragen diese zusammen und verarbeiteen sie mit komplexen Analyse-Tools. Ebenso wie die Data Engineers sind die Data Scientist überaus gefragt am Arbeitsmarkt, das macht sich auch am Gehaltszettel bemerkbar.

Chief Digital Developers
Sie treiben alle digitalen Themen im Unternehmen voran und bemühen sich darum, die MitarbeiterInnen dafür zu begeistern. Für diesen Job braucht man nicht nur Datenverständnis, sondern auch Mut und Überzeugungskraft.

Mobile Developers
Mobile Developers programmieren neue Anwendungen für mobile Geräte, die etwa von den Betriebssystemen iOS und Android unterstützt werden, und kümmern sich um bestehende Anwendungen und setzen notwendige Änderungen um. Erforderlich sind die Kenntnis der Betriebssysteme sowie ein abgeschlossenes Informatikstudium.

Social Media Manager
Social Media Manager sind für die Kommunikation ihres Unternehmens in den Sozialen Medien verantwortlich. Sie reagieren auf Fragen oder Kritik, durch Kampagnen und Veröffentlichungen in den Sozialen Medien versuchen sie, die öffentliche Aufmerksamkeit für ihr Unternehmen zu steigern. Mithilfe spezieller Analysetools und Software können sie den Erfolg dieser Maßnahmen überwachen.

SEO-Manager
SEO steht für search engine optimization, also Suchmaschinenoptimierung. Entsprechend ist die Aufgabe von SEO-ManagerInnen, Maßnahmen, die zu einer Verbesserung des Suchmaschinenrankings einer Domain führen, zu planen und zu steuern. Sie sorgen also dafür, dass eine Website im Internet möglichst gut gefunden wird. Dieser Job eignet sich vor allem für technik- und internetaffine Menschen, die analytisch denken und sich bei HTML und XML auskennen. Eine eigene Ausbildung gibt es dafür noch nicht, maximal Seminare in themenverwandten Studiengängen.

Real-Time Advertising Manager
Sie ersteigern in Echtzeit Online-Werbeflächen. Bei solchen Auktionen treffen die VermarkterInnen von Werbeflächen mit verschiedenen Real-Time Advertising ManagerInnen der verschiedenen Unternehmen auf einer Plattform aufeinander. Die oder der Meistbietende erhält die Werbefläche und kann diese nun mit Werbemitteln befüllen. Auch hier gibt es keine eigene Ausbildung, erforderlich ist in der Regel eine Ausbildung im Marketing- oder Kommunikationsbereich sowie Kenntnisse mit Real Time Bidding Plattformen.

Spannende neue Berufe entwickeln sich und ebenso spannend wird es sein, in den nächsten Jahren zu sehen, wie sich der Arbeitsmarkt verändert und welche neuen Möglichkeiten daraus entstehen. Eines ist klar: Laufenden Weiterbildungen und dem Aneignen von Zusatzqualifikationen im Bereich IT und Digitalisierung können und sollten wir uns nicht verschließen. Es sind Qualifikationen, die am Arbeitsmarkt zunehmend als selbstverständlich vorausgesetzt werden.

Mag. Catharina Fink - Junior Consultant

von Mag. Catharina Fink