Zielgenaue MitarbeiterInnen-Suche mittels Active Sourcing

Personalverantwortliche wissen es aus der Praxis: Immer öfter kommt es vor, dass sich auf ein Stelleninserat zu wenige oder nicht ausreichend qualifizierte BewerberInnen melden. Vorüber sind die goldenen Zeiten des „Post & Pray“ – also jene, in denen es genügte, eine Stelle auszuschreiben und dann darauf zu hoffen und zu warten, dass die KandidatInnen sich melden. In Zeiten von Fachkräftemangel verschieben sich mitunter die Machtverhältnisse. Die von den Unternehmen begehrten Leute sind am Arbeitsmarkt knapp und oftmals nicht auf aktiver Suche, da sie sich in der Regel bereits in einem Beschäftigungsverhältnis befinden. Kurz: Sie sehen sich die Stelleninserate gar nicht erst an, da für sie keine offensichtliche Notwendigkeit dafür besteht.

Post & Pray war gestern – Active Sourcing ist angesagt
Wenig Wunder, dass in diesem Kontext „Active Sourcing“ zunehmend an Bedeutung gewinnt. Auch wenn man sich beim Namen das „Active“ eigentlich sparen kann, da „Sourcing“ von Haus aus etwas Aktives ist, versteht man darunter doch das aktive Eruieren und die Ansprache geeigneter KandidatInnen für eine Position. Klassisches Headhunting eben.
Was auf den ersten Blick als langwieriges Unterfangen erscheint, ist in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, eine Stelle mit der geeigneten Person zu besetzen. Im Idealfall haben Active Sourcer bereits einen umfangreichen Pool an Leuten, aus dem sie schöpfen können. Auf jeden Fall gibt es vom Unternehmen ein exaktes Profil, welche Aufgaben die Zielperson erfüllen soll und welche fachlichen und persönlichen Kompetenzen es dafür braucht. Damit kann dann die ziel- und punktgenaue Suche beginnen. Unternehmen werden wohl nur selten selbst Active Sourcing betreiben, da dieses nicht nur diskret vonstattengehen soll, sondern doch einigen Zeitaufwand bedarf. Selten funktioniert die Ansprache gleich von Beginn an reibungslos, man ist länger in Kontakt, beschreibt, verhandelt. Doch ist das Ziel erreicht und die Ansprache war erfolgreich, lohnt sich die Mühe allemal.

Direktansprache-KandidatInnen sind keine BewerberInnen!
Auf eine Tatsache sollte jedoch aufmerksam gemacht werden: Dadurch, dass sich KandidatInnen aus der Direktansprache nicht direkt um eine Stelle beworben haben, treten sie mit einem anderen Selbstbewusstsein auf. Sie waren von Anfang an nicht „Bittsteller“, die beim Unternehmen darum „werben“ aufgenommen zu werden, sondern sie wurden angesprochen und umworben, sie wissen, dass ihre Fähigkeiten am Markt begehrt sind. Und so verhalten sie sich auch. Sie fordern mitunter mehr Gehalt. Und sie legen besonderen Wert auf ein wertschätzendes Verhalten. Das muss auch den Unternehmen, die eine Direktansprache in Auftrag geben, bewusst sein. Potenziellen neuen MitarbeiterInnen, die von einem anderen Job abgeworben werden sollen, muss das Gefühl vermittelt werden, dass sie ihre berufliche Position mit einem Stellenwechsel verbessern. Sonst lohnt sich das Ganze für sie schlichtweg nicht.

Faktum ist: In manchen Fällen ist Active Sourcing wohl die einzige Möglichkeit, eine Position zu besetzen. Die Zeiten haben sich gewandelt. Daher ist Active Sourcing nicht ohne Grund in aller Munde.

Mag. Catharina Fink - Junior Consultant

von Mag. Catharina Fink