Digitales Upgrade: Österreich macht sich fit für die Zukunft!

Mehr als 100.000 Lehrlinge gibt es derzeit in Österreich. Sie können aus rund 200 Lehrberufen die für sich passende Ausbildung wählen. Mit 1. Juni 2018 wird diese Liste um 13 Lehrberufe erweitert: sieben davon sind neue, sechs sind überarbeitete, an die Erfordernisse der heutigen Arbeitswelt angepasste Lehrberufe. Diese Strategie zur Modernisierung der Lehrberufe ist Teil einer Regierungs-Maßnahme zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich.

IT-Skills und digitale Kompetenzen
Der Hintergrund dieser Maßnahme ist nur allzu verständlich. Im Zuge der Digitalisierung und des fortschreitenden technologischen Wandels verändern sich zunehmend die Arbeitswelten und die Berufsbilder. Manche Berufe verschwinden mit der Zeit ganz, wiederum neue Berufe entstehen. Und in den bereits bestehenden Berufen werden immer öfters neue Kenntnisse und Fähigkeiten gefordert – IT-Skills und digitale Kompetenzen lauten hier die Schlagworte.

Unterstützung für KMU
Um diesen neuen Anforderungen im Beruf gerecht zu werden und mittel- bis langfristig nicht hinterherzuhinken oder gar auf der Strecke zu bleiben, müssen die ArbeitnehmerInnen entsprechend ausgebildet werden. Die Aus- und Weiterbildungsangebote tragen dieser Tatsache immer mehr Rechnung und Kursinhalte und Lehrformate werden entsprechend adaptiert und modernisiert. Viele Beschäftigte bilden sich freiwillig privat weiter, um im Job up to date zu sein, so manche Ausbildung wird innerbetrieblich angeboten oder gefördert. Aber auch Unternehmen selbst können sich in puncto Digitalisierung Unterstützung holen: etwa bei der Initiative KMU Digital, ins Leben gerufen vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

Moderne Lehrlingsausbildung
Das eine ist die Erwachsenenbildung. Das andere die Frühförderung, die nicht nur zu Hause und in der Schule beginnt, sondern konsequenterweise bei der Wissensvermittlung in den Lehrberufen Eingang finden muss.
Es macht schließlich wenig Sinn, junge Leute in Berufen auszubilden, deren erlernte Kenntnisse dann der modernen Realität des Berufsalltags hinterherhinken. Bei sechs bereits bestehenden Lehrberufen wurde dieser Entwicklung Rechnung getragen und ihre Lehrpläne wurden mit dem Fokus auf der Vermittlung von digitalen Kompetenzen auf den neuesten Stand gebracht. Zu diesen modernisierten Lehrberufen zählen Chemieverfahrenstechnik, Medienfachmann/frau, Polsterer/Polsterin, RauchfangkehrerIn, SteinmetzIn und Zahntechnik.

Digital gerüstet
Angehende RauchfangkehrerInnen lernen nun etwa, wie sie einen Kamera-Roboter in den Schornstein schicken. Medienfachleute entwickeln Webseiten, lernen Programmiersprachen und produzieren Video- und Audio-Inhalte für Webseiten. Sie sind Fachleute, wenn es um Grafik, Layout und Online-Marketing geht.
Deutlich ausgeweitet wurde die Lehrausbildung bei Zahntechnik und Steinmetz. Statt der bisherigen dreijährigen Ausbildung kommt hier jeweils eine vierjährige Variante hinzu. Das heißt, die beiden dreijährigen Ausbildungen bleiben bestehen. Und die beiden Varianten der vierjährigen Ausbildung beinhalten die ursprünglichen Ausbildungen und sind zusätzlich umfangreich spezialisiert auf digitale Anwendungen, etwa computergestützte Zahntechnik- oder Steinmetz-Verfahren.

Neue Berufe – Fit for the Future!
Mit deutlichem Fokus auf IT-Skills und Digitalisierung wurden sieben neue Lehrberufe in die Liste aufgenommen und stehen den SchulabsolventInnen nun zur Auswahl. Dazu gehören die Ausbildungen zum/-r E-Commerce-Kaufmann/-frau, Bautechnische Assistenz, Glasverfahrenstechnik, MaskenbildnerIn, Steinmetztechnik, Zahntechnische Fachassistenz und Tierärztliche Ordinationsassistenz.
Sie fragen sich vielleicht gerade, ob es den Beruf MaskenbildnerIn nicht bereits bisher gab? Ja, aber nicht als eigene Ausbildung. Bislang hatten MaskenbildnerInnen Teile der Ausbildung entweder bereits in der Frisörlehre inkludiert oder mussten jede Menge Euro privat in Fortbildungen investieren. Im Rahmen des neuen Lehrberufs lernen die angehenden MaskenbildnerInnen dann beispielsweise direkt in einem Theater, wie sie für Film oder Bühne eine Maske herstellen. Tierärztliche OrdinationsassistentInnen waren bislang meist Studierende der Veterinärmedizin, in Kürze gibt es hier einen eigenen Lehrberuf.
Absolviert man die Lehre zum/-r E-Commerce Kauffrau bzw. Kaufmann ist man ExperteIn für den Onlinehandel. Gerade der Online-Handel hat in den letzten Jahren einen Boom erlebt. In dieser Lehrlingsausbildung lernen die jungen Leute etwa Online-Shops zu managen oder erfahren, was bei Online-Werbung rechtlich erlaubt ist. Für die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes ist man damit jedenfalls gerüstet.

Mag. Catharina Fink - Junior Consultant

von Mag. Catharina Fink