Das zielführende Bewerbungsschreiben

Bewerben wir uns um einen neuen Arbeitsplatz, gehört das Bewerbungsschreiben – oder auch Anschreiben –  neben dem Lebenslauf und dem Bewerbungsfoto zu den wesentlichen Teilen der Bewerbungsunterlagen. Doch anders als im Lebenslauf, in dem sich die einzelnen Stationen an Lebens- und Berufserfahrungen trocken und chronologisch aneinanderreihen, kann die Bewerberin oder der Bewerber im Bewerbungsschreiben durch Individualität und die persönliche Note positiv auffallen.

Das Anschreiben einzigartig gestalten

Hill Woltron-Recruiterin Isabella Mitterlehner bestätigt das: „Das Bewerbungsschreiben kann jede einzelne Person sehr gut dazu nutzen, um aus der Masse hervorzustechen.“ Worauf ist konkret zu achten? „Als Personalverantwortliche erkenne ich sofort, ob sich jemand mit dem Bewerbungsschreiben Mühe gegeben hat oder ob es ein 08/15-Schreiben ist, das an viele Unternehmen geschickt wird“, so Mitterlehner: „Bewerberinnen und Bewerber fallen positiv auf, wenn sie auf das Unternehmen und auf die Position, für die sie sich bewerben, eingehen.“

Individuelle Bewerbungsschreiben punkten

Das klingt nicht nur aufwändig, sondern ist es auch. „Es ist Arbeit, das ist klar. Aber bei den Unternehmen, bei denen man unbedingt zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden möchte, sollte man sich die Zeit nehmen“, bringt es die Wirtschaftspsychologin Isabella Mitterlehner auf den Punkt.

Worauf neben dem individuellen Anschreiben noch zu achten ist? Die Orthographie sowie der vom Unternehmen gewünschte Weg der Bewerbung.

Die Orthographie: Rechtschreibfehler kommen einfach nicht gut an. Gerade in Zeiten von Rechtschreibkorrektur-Programmen wirken Fehler in der Orthographie schlampig und wenig sorgfältig. Beim Gegenüber kann das zur Mutmaßung führen, dass Ihnen Ihre Bewerbung eventuell nicht ganz so wichtig ist. Lassen Sie nach Möglichkeit Ihre Bewerbungsunterlagen als Ganzes – das Anschreiben und den Lebenslauf – von jemand zweitem Korrektur lesen.

Der Weg der Bewerbung: Damit Ihre Bewerbungsunterlagen auch wirklich da ankommen, wo sie sollen, beachten Sie im Stelleninserat, wie Sie Ihre Bewerbung übermitteln sollen. Heute meist elektronisch. Dennoch: Gibt es einen eigenen „Hier bewerben“-Button, sollten sie besser diesen Weg wählen, als Ihre Bewerbungsunterlagen an eine allgemeine Office-E-Mail-Adresse zu senden.

Anschreiben: Was schreiben?

Doch wie gelingt der ideale Einstieg? Der erste Satz ist bekanntlich der kniffligste. Kleiner Trost: Ist er einmal geschafft und haben Sie Ihr Konzept, schreibt sich der Rest fast von allein. Daher sollten Sie vorab einige Dinge überlegen: Warum wollen Sie genau diesen Job, in diesem Unternehmen? Was motiviert Sie? Und: Warum sind Sie Ihrer Meinung nach die oder der Richtige für die Stelle? Haben Sie Ihre eigene Überzeugung erst einmal gefunden, wissen Sie auch, was zu schreiben ist. Eines sollten Sie sich dabei vor Augen halten: Das Anschreiben ist keine Zusammenfassung Ihres Lebenslaufs. Hier geht es wirklich darum, dass Sie darlegen, warum Sie für diesen Job goldrichtig sind!

Und keine Sorge: Sie müssen keinen Roman verfassen. Eine Seite reicht.

Der Aufbau des Bewerbungsschreibens

Im Wesentlichen gliedert sich der Aufbau des Bewerbungsschreibens in die Betreff-Zeile sowie in die Bereiche Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Die Betreff-Zeile: Hier steht, um welchen Job Sie sich bewerben, falls eine Kennnummer angegeben ist, führen Sie diese ebenfalls an.

Die Einleitung: Vergessen Sie alle Einleitungen wie „Hiermit bewerbe ich mich …“ oder „Aufgrund Ihres Stelleninserats …“ – warum Sie Ihr Bewerbungsschreiben schicken, ist schließlich allen Beteiligten klar. Kommen Sie am besten gleich zum Punkt und steigen Sie direkt ein. So gelingt es Ihnen am besten, Ihr Anschreiben spannend zu formulieren und beim Empfänger Interesse zu wecken.

Der Hauptteil: Hier können Sie genau ausführen, was Sie Ihrer Ansicht nach als die richtige Person für diese Stelle qualifiziert und was Ihre Motivation ist. Schaffen Sie es nach Möglichkeit, auf die im Stelleninserat genannten Kenntnisse und Fähigkeiten einzugehen. Bringen Sie es jedoch in ein paar Sätzen klar auf den Punkt.

Der Schluss: Kommen Sie zu einem überzeugenden Abschluss. Sparen Sie sich Unsicherheit ausdrückende Konjunktive, auch wenn Sie meinen, das ist höflich. Der Konjunktiv kann als Unsicherheit aufgefasst werden. Zum Abschluss ein klares „Ich freue mich darauf, die gegenseitigen Vorstellungen in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen abzuklären“ wirkt selbstbewusst und bringt deutlich zum Ausdruck, was das Ziel ist: Zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Wird schon gelingen!

DOKUMENTE ZUM DOWNLOAD:

Isabella Mitterlehner

Foto: Mag. Isabella Mitterlehner, Wirtschaftspsychologin und Recruiterin, Hill Woltron

Autorin: Mag. Catharina Fink

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