MINT: Unser Anteil am Fachkräftemangel.

Es bleibt ein Thema, das die heimische Wirtschaft beschäftigt: Der MINT-Fachkräftemangel bremst das Wirtschaftswachstum, laut aktuellen Zahlen verzeichnen bereits 40 Prozent der österreichischen Unternehmen deswegen Umsatzeinbußen. (Genaue Zahlen lesen Sie in unserem Beitrag „Fachkräftemangel: Das sind die aktuellen Zahlen“) Aufträge gibt es genug. Aufgrund des Mangels an Fachkräften können diese aber nicht oder nur verlangsamt abgewickelt werden. Heimische Spitzen aus Wirtschaft und Politik sind bemüht, diesem Manko mittels diverser Ausbildungsoffensiven etwas entgegenzusetzen. Wo jedoch weiter der Hebel für eine Veränderung angesetzt werden muss: im Elternhaus. Festgefahrene Rollenklischees erschweren es Mädchen nach wie vor, ihre Potenziale zu entfalten.

Dass sich in der österreichischen Ausbildung etwas ändern muss, um dem Fachkräftemangel die Stirn zu bieten, ist eine Erkenntnis, die nicht neu ist. Zu wichtig sind besonders die MINT-Fachkräfte nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die österreichische Innovation und Forschung, die ihrerseits wieder das heimische Wirtschaftswachstum ankurbeln. Aktuell bleibt jedoch fast jede sechste Stelle im MINT-Bereich unbesetzt, bei den IT-Unternehmen sucht jedes Zweite dringend Fachkräfte. Unter dem Begriff MINT zusammengefasst werden alle höheren bzw. akademischen Ausbildungen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

MINT als Männerdomäne
Doch der Fachkräftemangel ist hausgemacht – nicht nur in Österreich – und hat unter anderem auch mit den gesellschaftlichen Rollenbildern, die nach wie vor gelebt und noch immer in unseren Denkweisen verankert sind, zu tun. Oft gilt: Männer leisten etwas im Beruf, Frauen kümmern sich um die Familie. Männer sind in den Naturwissenschaften und in der Technik gut, Frauen in Sprachen. Diese Klischees beginnen bereits bei den Kindern und ihrer Erziehung. Und was Kindern oft genug vorgesagt wird, das glauben sie auch. Kein Wunder, dass MINT-Berufe eine Männerdomäne sind. Noch.

Mädchen für MINT
Fehlt ein ganzes Geschlecht, in diesem Fall das weibliche, in einem wichtigen und gefragten Ausbildungszweig (genauer gesagt, sind es gleich mehrere), ist ein Mangel an entsprechenden AbsolventInnen eine logische Konsequenz. Die Notwendigkeit, Mädchen für die MINT-Fächer zu interessieren, um den Fachkräftemangel einzudämmen, wurde bereits vor Jahren erkannt und entsprechende Initiativen gestartet. Erste Erfolge zeigen sich zwar, müssen aber weiter forciert werden. Wie wichtig das Thema ist, wurde erst unlängst, pünktlich am Weltfrauentag, von WKÖ-Präsident Harald Mahrer betont: „Wir sehen einen Trend, dass der Mädchenanteil in technischen Lehrberufen steigt. Die Metalltechnikerin liegt etwa bereits in den Top-Ten der beliebtesten Lehrberufe. Diesen Trend wollen wir auch generell in technikaffinen Ausbildungen verstärken und Mädchen für MINT begeistern“. In der geplanten Ausbildungsoffensive setzt die Regierung auf einen Maßnahmenmix. Die Absicht, Mädchen gezielt für gewisse Ausbildungen und spätere nachgefragte Berufe zu gewinnen, spielt in diesen Plänen eine immer gewichtigere Rolle.

Gütesiegel für MINT-Schulen
Relativ neu ist etwa das Gütesiegel für MINT-Schulen (www.mintschule.at). Dieses Gütesiegel ist eine Initiative u.a. vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der Industriellenvereinigung und wird von einem Gremium an jene Bildungseinrichtungen vergeben, die innovatives Lernen in den MINT-Fächern für Mädchen und Burschen besonders fördern. Damit wird nicht nur ein Zeichen gesetzt, sondern das Bewusstsein für bestimmte relevante Ausbildungen weiter erhöht.

Umdenken beginnt im Elternhaus
Bewusstseinsbildung für relevante Ausbildungen sollte bereits im Elternhaus geschaffen werden. Denn in Wahrheit sind es die Eltern, die einen wichtigen Beitrag zur Ausbildungs- und Berufswahl ihrer Kinder treffen. Trotz aller bisherigen Bemühungen, etwa Mädchen die Technik bzw. MINT allgemein näher zu bringen, waren die Erfolgszahlen weniger hoch als erhofft. Manche meinen dann, darin eine Bestätigung der Rollenklischees bewiesen zu sehen, Mädchen hätten nun einmal andere Interessen. Glücklicherweise gibt es bereits Frauen, die das Gegenteil solcher Fehleinschätzungen beweisen. Klar, alle Mädchen werden sich nie für MINT interessieren. Aber das ist auch nicht bei allen Burschen der Fall.

Beste Berufsaussichten
Stehen Mädchen vor der Entscheidung, für welche Ausbildung sie sich entscheiden sollen, spielen künftige Berufschancen immer eine Rolle. Auch sind MINT-Fächer per se spannend. Was viele abschreckt: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gelten als schwerer Stoff. Das sollte jedoch nicht das Hemmnis sein. Viel zu lernen und nicht gerade auf einfachstem Niveau, diese Gegebenheiten gehören ebenso für Studierende der Rechtswissenschaften oder Medizin zum Alltag.

Theoretisches Wissen – praktischer Bezug?
Warum Mädchen sich seltener für eine Ausbildung im MINT-Bereich entscheiden? Wohl auch, weil diese Themenfelder nicht ihren Erfahrungswelten entsprechen. Mädchen lernen in der Schule Mathematik, Physik, Chemie, Informatik – aber das ist theoretisches Wissen und nichts, womit sie im Alltag in Berührung kommen. Es ist Theorie und oft fehlt der praktische Bezug. Die Frage lautet daher: Können sich Mädchen vorstellen, einen technischen Beruf auszuüben, wenn sie nie eine Bohrmaschine in der Hand gehalten haben oder selbst etwas mit Hammer und Nagel zusammengebaut haben?

Mut zum Hand-Werk
Mütter und Väter täten somit gut daran, auch ihren Töchtern beizubringen, wie man sein handwerkliches Geschick einsetzt, Dinge repariert oder selbst entworfene Konstrukte durch eigenes „Hand-Werk“ entstehen lässt. Das technische Verständnis und die Freude am Realisieren eigener Ideen, die Kinder dadurch entwickeln, lässt junge Menschen – gleich welchen Geschlechts – später eher eine Ausbildung im technischen bzw. im MINT-Bereich beginnen.

Bis es soweit ist, wird der Fachkräftemangel die österreichischen Unternehmen weiterhin beschäftigen. Als spezialisierter Personaldienstleister verfügen wir nicht nur über zahlreiche Kontakte zu wechselwilligen High Potentials in unserer Datenbank, sondern über durch jahrzehntelange Erfahrung erprobte Expertise in der Personalsuche. Gerne helfen wir Ihnen bei schwierigen Positionen weiter.

Möchten Sie mehr erfahren? Werfen Sie einen Blick in unseren Pool an High Potentials!

von Mag. Catharina Fink

oder

kontaktieren Sie uns direkt:

Mag. Doris Weis-Burger

Tel.: 0664 / 520 50 85

E-Mail: d.weis-burger@hill-woltron.com

Mag. Doris Weis-Burger - Senior Consultant

Recruiting Blog abonnieren