Fachkräftemangel: Das sind die aktuellen Zahlen!

Der Fachkräftemangel macht Österreichs Unternehmen das Leben schwer. Vor allem die heimische Industrie ist stark davon betroffen. Für Unternehmen in den westlichen Bundesländern ist es besonders schwierig, ausreichend qualifizierte MitarbeiterInnen zu finden. Bereits jedes fünfte Unternehmen in Österreich (19 %) beschäftigt Flüchtlinge.

Der Wirtschaft geht es gut, die Unternehmen haben volle Auftragsbücher. An sich die besten Voraussetzungen für Wachstum. Doch die mitunter erfolglose Suche nach geeigneten MitarbeiterInnen ist für Österreichs Unternehmen aktuell eines der größten Risiken. Der Anteil jener Unternehmen, die den Fachkräftemangel als Gefahr für die Entwicklung des eigenen Betriebes sehen, ist im Vergleich zum Vorjahr von 59 Prozent auf 60 Prozent angestiegen. Aktuelle Zahlen liefert eine Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Befragt wurden dafür 900 mittelständische Unternehmen mit 30 bis 2.000 MitarbeiterInnen in ganz Österreich.

Unternehmen möchten wachsen
Waren es 2015 erst 15 Prozent der Unternehmen, die angaben, bei der Rekrutierung von Fachkräften große Probleme zu haben, so hat sich dieser Wert in der doch relativ kurzen Zeit verdoppelt. Wie bereits 2018, so gaben auch in der aktuellen Studie von 2019 bereits 30 Prozent der Betriebe an, große Probleme bei der Besetzung von Fachkräften zu haben. Und zusätzlichen 53 Prozent der Unternehmen fällt die Suche nach qualifizierten MitarbeiterInnen wenn auch nicht „schwer“, so doch „eher schwer“. Trotz dieser Schwierigkeiten möchten die Unternehmen verständlicherweise weiterhin wachsen: ein Drittel (32 %) möchte seine MitarbeiterInnenzahlen bis zur Jahreshälfte weiter aufstocken (2018 waren es 35%). Nur 6 Prozent der befragten heimischen Unternehmen rechnen für heuer mit einer sinkenden MitarbeiterInnenanzahl.

Umsatzeinbußen wegen Fachkräftemangel
So schwierig es ist, Fachkräfte zu rekrutieren, der Mangel an qualifizierten MitarbeiterInnen kostet die österreichischen Unternehmen insgesamt viel Geld. Je weniger Fachkräfte, desto weniger Aufträge können angenommen bzw. fristgerecht abgewickelt werden. Die Folge: Bereits 40 Prozent der mittelständischen Unternehmen verzeichnen aufgrund des Fachkräftemangels Umsatzeinbußen. Laut den Ergebnissen der Studie von EY verlieren 5 Prozent der befragten Unternehmen sogar mehr als 5 Prozent ihres Jahresumsatzes.

Jedes 5. Unternehmen beschäftigt Flüchtlinge
Einerseits werden Arbeitskräfte gesucht, andererseits gibt es viele Menschen, die arbeiten möchten. Wenn sie dürfen. In der Beschäftigung von Flüchtlingen haben viele Unternehmen naturgemäß einen Blick für die Hürden: Problematisch sehen sie etwa zu 80 Prozent die mangelnden Deutschkenntnisse, zu 54 Prozent die unklare Rechtslage während laufender Asylverfahren, zu 49 Prozent die mangelnde Qualifikation und zu 47 Prozent die fehlende Planungssicherheit.
Dennoch: Nach aktuellem Status beschäftigen derzeit 19 Prozent der österreichischen mittelständischen Unternehmen asylberechtigte Flüchtlinge, das ist beinahe jeder 5. Betrieb. Weitere 42 Prozent würden laut Studie Flüchtlinge beschäftigen.

West-Ost-Gefälle im Fachkräftemangel
Interessant ist hier die Aufteilung über die Bundesländer bzw. das West-Ost-Gefälle, das sich dem Fachkräftemangel entgegengesetzt widerspiegelt: In Vorarlberg beschäftigen 44 Prozent der Unternehmen aktuell Stellen mit Flüchtlingen, in Tirol 22 Prozent, Oberösterreich 21 Prozent, Wien und Salzburg je 20 Prozent und am geringsten der Anteil in Kärnten (11 %) und der Steiermark (7 %). Weiters interessant: Nach Branchen führt der Gesundheitsbereich, in dem 32 Prozent der Mittelständler Flüchtlinge beschäftigen, gefolgt vom Tourismus mit 26 Prozent.

Die Mehrheit der Betriebe befürwortet daher Lehrstellen für Asylwerber: 52 Prozent sagen „ja“, 25 Prozent „eher ja“. Und gar 70 Prozent stimmen für ein Bleiberecht für Asylwerber mit Lehrstelle.

Fazit: Die Situation auf dem Arbeitsmarkt setzt dem Wachstum der Unternehmen Grenzen. Gut ausgebildete Fachkräfte können sich ihren Arbeitgeber aussuchen. Employer Branding wird für Unternehmen aus diesem Grund immer wichtiger, um sich für potenzielle MitarbeiterInnen als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Mag. Catharina Fink - Junior Consultant

von Mag. Catharina Fink

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