So punkten Sie mit Rückfragen im Bewerbungsgespräch!

„Haben Sie noch Fragen?“ Früher oder später wird Ihnen in jedem Bewerbungsgespräch diese Frage gestellt werden! Seien Sie darauf vorbereitet. Denn damit ein Bewerbungsgespräch gelingt, müssen nicht nur die Fragen der personalentscheidenden Person erfolgreich beantwortet werden. Stellen Sie Rückfragen – um Ihr Interesse zu bekunden und um sich selbst ins rechte Licht zu rücken! Folgende Tipps sollten Sie dabei beachten.

Rückfragen: Im Bewerbungsgespräch aktiv werden

Geht es darum, eine vakante Stelle zu besetzen, sind sie wahrscheinlich nicht die einzige Person, die zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Eher eine unter mehreren. Dennoch geht es der personalverantwortlichen Person des Unternehmens nicht darum, stur einen Fragenkatalog abzuarbeiten. Sondern sie möchte sich ein Bild von Ihnen machen. Schließlich geht es nicht nur um Ihr Können und Fachwissen, sondern darum, eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen im Team willkommen zu heißen. Zeigen Sie sich also von Ihrer besten Seite, indem Sie die passenden Rückfragen im Bewerbungsgespräch stellen.

Bewerber notiert sich Fragen.

Überlegen und notieren Sie sich passende und interessante Rückfragen bereits vor dem Bewerbungsgespräch.

Bekunden Sie Interesse durch Rückfragen im Bewerbungsgespräch

Das Allerwichtigste: Durch Rückfragen bringen Sie Ihr Interesse am Unternehmen zum Ausdruck. Auf der Firmen-Website sowie durch Recherche über Internet-Suchmaschinen (google, bing, yahoo, …) finden Sie schnell weitere aktuelle Informationen, die Sie zu interessanten Fragen zum Unternehmen anregen werden.

Bevor wir Ihnen einige Tipps zu interessanten Rückfragen im Bewerbungsgespräch geben, sagen wir Ihnen noch schnell, welche Fragen Sie im ersten Vorstellungsgespräch lieber nicht stellen sollten:

Rückfragen: DAS sollten Sie im Bewerbungsgespräch NICHT fragen!

  • Fragen, die bereits im Gespräch beantwortet wurden: Auch, wenn Sie sich die Frage bereits vor dem Bewerbungsgespräch überlegt haben, stellen Sie sie nicht, wenn sie bereits thematisiert wurde. Das erweckt den Eindruck, als hätten Sie nicht zugehört.
  • Fragen, die offensichtlich auf der Website nachzulesen sind: Das Gründungsjahr der Firma, der Name des Geschäftsführers, die internationale Präsenz, … alles, was leicht nachzulesen ist, fragen Sie besser nicht – zumindest nicht, wenn Sie interessiert wirken möchten.
  • Negativ-suggestive Fragen: z.B. „Da werde ich sicherlich viele Überstunden machen müssen, oder?“ wirkt weitaus weniger engagiert als wenn Sie fragen „Wie viel Arbeitszeit wird Ihrer Einschätzung nach dafür notwendig sein?“
  • Fragen, die auf eine persönliche Bewertung ihres Gegenübers abzielen: z.B., ob das Arbeitsklima unter den Kollegen gut ist oder ob der Chef nett ist: das sind alles subjektive Eindrücke. Machen Sie sich lieber selbst ein Bild!
  • Fallen Sie mit Ihren Fragen Ihrem Gegenüber nicht ins Wort! Das ist unhöflich.
  • Lesen Sie Ihrem Gegenüber keine Fragenliste vor. Auch, wenn Sie sich vorher alles schön zusammengeschrieben haben, lassen Sie Ihren Fragenzettel besser eingesteckt.

Unsere Tipps für Ihre Rückfragen im Bewerbungsgespräch

  • Stellen Sie offene Fragen!

Es empfiehlt sich, diesen Punkt ab sofort generell zu üben. Denn auf Anhieb gelingt es meistens selten. Stellen Sie offene Fragen! Also keine Fragen, die einfach mit einem „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind. Denn damit ist das von Ihnen gewünschte Thema schnell erledigt und Sie erhalten keine weiteren Informationen. Stellen Sie hingegen offene bzw. W-Fragen (Wieso? Weshalb? Warum? Was? Wann? Wie lange? Etc.), muss Ihr gegenüber ausführlicher antworten, Sie erfahren mehr und das Gespräch bleibt außerdem leichter im Fluss.

  • Facts & Figures: Holen Sie Informationen vorab ein!

Auf der Website, online-Beiträge und aktuelle Zeitungs-Artikel: informieren Sie sich über die wichtigsten Kennzahlen, handelnden Personen, Tätigkeitsbereiche und Entwicklungen – soweit leicht eruierbar. Niemand erwartet Insider-Wissen von Ihnen, aber zeigen Sie sich interessiert. Auf diese Weise wissen Sie sicherlich schnell eine Frage, die Sie gerne stellen möchten.

  • Fragen zur Stellenanzeige

Welche Punkte werden in der Stellenanzeige nicht beantwortet? Sehen Sie sich die Stellenausschreibung vor dem Bewerbungsgespräch noch einmal genau an.

  • Fragen zur Infrastruktur

Gibt es einen Parkplatz? Wo ist der nächste Supermarkt? Gibt es eine Kantine oder gehen die Kollegen mittags essen?

  • Benefits?

Ist es erlaubt, seinen Hund mitzunehmen? Besteht die Möglichkeit von Home Office? Andere Benefits (Essensgutscheine, Fitnesscenter-Rabatte, etc.) werden, falls vorhanden, von den Unternehmen selbst zur Sprache gebracht.

  • Mitarbeiterentwicklung:

Welche Aufstiegsmöglichkeiten gibt es? Wird Weiterbildung der Mitarbeiter gefördert?

Konkrete Rückfragen zur vakanten Position:

  • Warum ist diese Stelle vakant? Gab es bereits einen Vorgänger oder wurde diese Position neu geschaffen?
  • Wer ist der direkte Vorgesetzte?
  • Wie sind die Arbeitszeiten geregelt?
  • Was sind die größten Herausforderungen in dieser Position?
  • Ist es möglich, die Abteilung / das Team kennen zu lernen?
  • Wie groß ist das Team?
  • Wie eng wird mit anderen internen Abteilungen zusammen gearbeitet?
  • Wie lange ist die Probezeit? Wie lange die Einarbeitungszeit?
  • Gibt es anfangs eine Person, die Sie einweisen oder bei Fragen zur Verfügung stehen wird?
  • Wie wird der erste Arbeitstag aussehen?
  • Gibt es Kenntnisse, die Sie vorab noch vertiefen, auffrischen oder sich gar neu aneignen sollten?

Fragen gibt es unzählige und hängen immer ab vom Unternehmen und von der Position, für die Sie sich bewerben.

Urlaub, Gehalt und Arbeitszeiten: Wie umgehen mit heiklen Fragen?

Mitunter wird abgeraten, Themen wie Urlaub, Gehalt und Arbeitszeiten direkt anzusprechen. Warum eigentlich? Als gefragte Fachkraft haben Sie bei heiklen Fragen sicherlich ein besseres Standing im Unternehmen, als jemand, in dessen Sparte es keinen Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern gibt. Dennoch sollten in Zeiten, in denen Unternehmen Familienfreundlichkeit, Work-Life-Balance und New Work propagieren, Fragen, die unmittelbar mit der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit zusammenhängen, legitim sein. Unter einer Voraussetzung: Sie sollten keinesfalls den Eindruck erwecken, als seien Sie arbeitsscheu und die Pausen und der Urlaub Ihnen wichtiger als Ihre Arbeitsleistung. Kinderaufsichtspflichten sollten Ihnen nicht als Ausrede dienen, aber bietet das Unternehmen, in dem Sie sich gerade bewerben auch Gleitzeit oder Home Office an?

Selbstbewusst sein – realistisch bleiben

Daher gilt noch immer: warten Sie erst einmal den Gesprächsverlauf ab. In der Regel werden Themen wie (flexible) Arbeitszeiten, Urlaub und Gehalt im Bewerbungsgespräch von der personalentscheidenden Person von selbst zur Sprache gebracht. Geschieht das nicht, fragen Sie gegen Ende des Gesprächs nach: „Wie sind die Arbeitszeiten / Urlaubszeiten bei Ihnen geregelt?“ Und überlegen Sie bereits vor dem Gespräch Ihre – realistischen – Gehaltsvorstellungen. Je nach Position, für die Sie sich bewerben, stellt sich natürlich auch die Frage, ob vom Unternehmen, neben dem Gehalt, zusätzliche Leistungen zugesprochen werden, etwa ein Dienstauto oder ein Handy zur privaten Nutzung.

Fazit: Bereiten Sie Ihre Rückfragen sorgfältig vor, erfahren Sie dadurch mehr und zeigen zudem Ihr echtes Interesse am Unternehmen!

Sie sind auf Jobsuche oder an guten Stellenangeboten interessiert? Dann werfen Sie doch einen Blick auf unsere Stellenangebote in unserer Jobbörse „Jobs für Sie“.

Sie möchten öfter zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden und dafür Ihren Lebenslauf professionell überarbeiten lassen? Kontaktieren Sie uns per E-Mail oder Telefon. Gerne beraten wir Sie!

erfolgreiche Bewerbung

Stellen Sie im Bewerbungsgespräch ruhig Rückfragen. Dadurch erhalten Sie nicht nur mehr Informationen, sondern Sie wirken selbstbewusst und zeigen Interesse an Ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber.

von Mag. Catharina Fink

Recruiting Blog abonnieren