Die Extra-Meile

Ob Unternehmen, Organisation oder Führungskräfte: Alle wünschen sich loyale und motivierte MitarbeiterInnen. Denn deren Treue und Leistungswille wirken sich in wesentlichem Ausmaß auf den Geschäftserfolg eines Unternehmens aus. Autor Simon Sinek, vielen bekannt aufgrund seiner inspirierenden TED Talks, weiß, welches Geheiminis hinter loyalen MitarbeiterInnen und dem damit einhergehenden Unternehmenserfolg steckt. Und welchen Einfluss Führungskräfte darauf haben.

Die loyalsten MitarbeiterInnen sind jene, die sich mit dem Unternehmen identifizieren. Doch was heißt das genau? „Das sind jene MitarbeiterInnen, die sich selbst bzw. ihre Jobs als eine Wiederspiegelung dessen sehen, wofür das Unternehmen und auch sie selbst stehen“, bringt es Guru Simon Sinek auf den Punkt. Diese MitarbeiterInnen sind mit dem Herzen dabei. Und sie sind es, die das Unternehmen in schwierigen Zeiten nicht bei der erstbesten Gelegenheit verlassen.

Führungskräfte beeinflussen die Motivation
Doch wie gelingt es, dass MitarbeiterInnen sich mit einem Unternehmen identifizieren? Zum einen, so Sinek, entscheidet das Verhalten der Führungskräfte über die Loyalität von MitarbeiterInnen. Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir wollen einer Gruppe Gleichgesinnter, denen wir vertrauen und deren Werte und Grundsätze mit unseren eigenen übereinstimmen, angehören. Ist das der Fall, sind wir motiviert. Werden MitarbeiterInnen von oben herab und geringschätzend behandelt, leisten sie Dienst nach Vorschrift. Legen Führungskräfte jedoch ein inspirierendes, wertschätzendes Verhalten an den Tag, so Sinek, identifizieren sich MitarbeiterInnen eher mit den Werten und Produkten oder Dienstleistungen eines Unternehmens.

Doch es bleibt die Frage: Warum sind MitarbeiterInnen loyal? Warum vertreten MitarbeiterInnen die Angebote und Werte genau meines Unternehmens und nicht jene des Mitbewerbers, dessen Angebot (theoretisch) gleich gut ist?

Find your Why!
Die Antwort darauf liegt in der Frage nach dem WARUM?. Es ist das, was Sinek als den „golden circle“, den goldenen Kreis, bezeichnet. Vielen Unternehmen, Marken und Menschen sei zwar bewusst, WAS sie machen und WIE sie es machen. Doch in Zusammenhang mit Loyalität gehe es eben nicht darum, welches Produkt, wie produziert oder welche Dienstleistung verkauft wird. Es ist das WARUM, das von Bedeutung ist. Dieses Warum ist das Zentrum des golden circle und entspricht unserem limbischen System. Entscheidungen, die wir in dieser Region unseres Gehirns treffen, entstammen unserer Gefühlswelt. Es sind die sogenannten Bauchentscheidungen. Wir treffen sie, weil sie sich gut und richtig anfühlen – nicht, weil sie vernünftig wären. Und Loyalität ist eine Bauchentscheidung. Für die Arbeitswelt bedeutet das: Loyale MitarbeiterInnen wissen, WARUM sie ihrer Arbeit in genau jenem Unternehmen nachgehen. Sie haben einen Grund: Sie teilen die Vision des Unternehmens. Denn sie wissen, wofür das Unternehmen steht. Und diese Vision, dieses WARUM entspricht ihren eigenen Werten und Ansichten. „Sie sind loyal, weil sie das tun, woran sie selbst in ihrem Innersten glauben“, erklärt Simon Sinek die Psychologie dahinter. Aus diesem Grund sind loyale MitarbeiterInnen leistungswilliger und gehen auch gerne einmal die sogenannte „Extra-Meile“. Denn das Erreichen der Unternehmensziele ist für die gleichbedeutend mit dem Erreichen ihrer eigenen Ziele.

Fazit: Loyalität von MitarbeiterInnen wächst aus dem Vertrauen zu Führungskräften und aus der Übereinstimmung von gleichen Werten. Loyale MitarbeiterInnen glauben an das, was sie tun. Wenn es Führungskräften gelingt, ein inspirierendes Arbeitsumfeld zu schaffen, wächst auch die Loyalität der MitarbeiterInnen.

Hören Sie den Vortrag von Simon Sinek auf YouTube

Simon Sinek: Sinek wurde 1973 in Wimledon, England, geboren und wuchs auf in Johannesburg, London und Hong Kong. Später übersiedelte er in die USA. Er studierte Kulturanthropologie und arbeitet als Autor, Berater und Vortragender. Bekannt ist er durch seine Theorie des „golden circle“ und „Start with why“.

Das WARUM bildet das Zentrum von Sineks „golden circle“.

Autorin: Mag. Catharina Fink

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