Tipps zum Vorstellungsgespräch für Lehrlinge und Schulabgänger

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch hilft der/dem zukünftigen ArbeitgeberIn, sich einen ersten persönlichen Eindruck von dir zu verschaffen. Es kann oft die erste oder auch letzte Hürde zu einem neuen Job sein. Eine richtige und optimale Vorbereitung auf dieses Gespräch ist deshalb von großer Bedeutung.

Tipps unserer Expertin:

  • Hole dir als Einstimmung auf die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch Vorabinformationen über das Unternehmen und dessen Aktivitäten und Produkte ein (Recherche im Internet)
  • Überlege dir Fragen, die sich auf das Unternehmen und die Position beziehen
  • Bereite ein passendes Outfit vor. Wichtig ist, dass du sich wohlfühlst, authentisch wirkst und deine Kleidung zum Unternehmen passt (z.B. wirst du dich in Banken konservativer kleiden, in Werbeagenturen kannst du auch legerer auftreten).
    • Mädchen: mit Bluse, Blazer, Rock, Hose oder Kleid liegst du nie falsch. Achte vor allem im Sommer auf nicht zu freizügige Kleidung
    • Burschen: Hemd, Sakko, Stoffhose oder auch eine ordentliche (nicht zerrissene) Jeans
  • Denke bereits vor dem Gespräch über deine Stärken und Schwächen nach – es ist kein Problem, über Schwächen zu sprechen, jede Mensch hat Schwächen.
  • Notizblock und Stift nicht vergessen – so kannst du dir im Gespräch Notizen machen (zur Position, dem Unternehmen etc.)
  • Plane die Wegstrecke zum Vorstellungsgespräch bereits am Vortag
  • Bitte unbedingt den Namen deiner Ansprechpartnerin/deines Ansprechpartners bei der Hand haben
  • Achte bei der Begrüßung auf gute Umgangsformen (Aufstehen, Augenkontakt halten, fester Händedruck und mit dem Namen vorstellen)

Das Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch stehen die fachlichen Qualifikationen und der persönliche Eindruck im Vordergrund. Jedes Gespräch gestaltet sich jedoch anders und hängt ganz vom Interviewer ab. Auf diese Phasen kannst du dich einstellen:

1. Selbstpräsentation

Erzählen Sie uns/mir etwas über sich.

  • Mach dir im Vorhinein eine Liste mit Informationen, die für das Unternehmen interessant sind (Ausbildung, Berufsweg, Fach- und Sprachkenntnisse etc.)
  • Bereite ruhig ein paar konkrete Sätze vor, stoppe die Zeit

2. Fragen zur Motivation

Warum haben Sie sich bei uns beworben? Warum denken Sie, die richtige Besetzung für die Stelle zu sein?

  • Stelle eine Verbindung zwischen den Schwerpunkten deiner Qualifikation und der Ausschreibung her
  • Prüfe bei jedem Punkt, was du jeweils zu bieten hast

3. Fragen zur Persönlichkeit

Hier sind diverse Fragestellungen zu unterschiedlichen Bereichen (Selbstvertrauen, Kontaktfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Strukturiertheit etc.) möglich.

  • Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?
    Bei den Stärken geht es darum, selbstbewusst aufzutreten und mit einer gewissen Zurückhaltung zu reagieren. Ausgeprägtes „ungesundes“ Selbstvertrauen ist fehl am Platz.
    Bei den Schwächen ist mit Maß und Ziel zu antworten. Ausgeprägte Ehrlichkeit könnte schaden. Abgedroschene Antworten wie z.B. „Ich neige zu Perfektionismus“ sind zu vermeiden.
  • Was sind Ihre Hobbies und warum üben Sie diese aus?
  • Haben Sie einen mittel- bis langfristigen beruflichen Lebensplan? Welche Etappen enthält dieser?

4. Abklärung der Rahmenbedingungen

  • Gehalt: Überlege dir deine Gehaltsvorstellungen (Brutto) für die ausgeschriebene Position.
  • Verfügbarkeit: Informiere dich über deine Kündigungsfrist und überlege, ab wann du den neuen Job realistischer Weise antreten könnest.

5. Unternehmenspräsentation und nähere Informationen zur Position

Nun wirst du über das Unternehmen, seine Geschichte, die Organisationsstruktur und -kultur sowie über die Bedeutung und Aufgabengebiete der Position und ihr organisatorisches Umfeld möglichst genau informiert.
Fragen, mit denen du dein Interesse bekunden kannst:

  • Welche Rolle spielt das Unternehmen am Markt?
  • Wie hat es sich in den letzten Jahren entwickelt?
  • Wer sind die Hauptmitbewerber?
  • Welche sind die wichtigsten Produkte?
  • Wer sind die wichtigsten Kunden/Lieferanten?
  • Hat das Unternehmen eine besondere Unternehmenskultur?
  • In welches Umfeld bin ich eingebunden (Teamgröße, Vorgesetzte)?
  • Welche Schulungs- bzw. Weiterbildungsangebote gibt es?

6. Informationen über die weitere Vorgehensweise

Gegen Ende des Gesprächs werden nächste mögliche Schritte (Potentialanalyse, Assessment Center/Hearing, Zweitgespräche etc.) sowie die voraussichtliche Dauer des Bewerbungsprozesses besprochen. Sollte die/der InterviewerIn dich darüber nicht informieren, kannst du sie/ihn direkt darauf ansprechen.

Abschließende Tipps von uns:

Achte auf deine Körpersprache, Stimme und Mimik und auf die Körpersprache deines Gegenübers.

  • Sprich laut und deutlich
  • Verschränke nicht deine Arme
  • Wende dich offen der/dem GesprächspartnerIn zu
  • Lächle
  • Halte Blickkontakt

von Mag. Christina Brandl